Pressebericht

Ein Jahr mit vielen schweren Einsätzen

Verkehrsunfälle, Brände und eine Wasserleiche forderten die Aktiven der Feuerwehr Röhrnbach

Von Elisabeth Lorenz

Blumen zum Dank für viele Jahre der Unterstützung: Fahnenmutter Maria Uhrmann wurde von Vorsitzendem Alois Haberl (v.l.), 2. Vorsitzendem Anton Eisner, 2. Kommandanten Josef Haslacher und 1. Kommandanten Florian Haberl beschenkt.  − Foto: Loren

 Röhrnbach. Auf ein sehr aktives Jahr, das geprägt war von sehr schwierigen Einsätzen, blickte die Freiwillige Feuerwehr Röhrnbach bei ihrer 141. Jahresversammlung zurück.

 Vorsitzender Alois Haberl begrüßte hierzu neben Ehrenvorsitzendem Max Uhrmann auch dessen Gattin und Fahnenmutter Maria Uhrmann, KBM Jürgen Binder und Bürgermeister Josef Gutsmiedl und bat zum Gedenken an das verstorbene Mitglied Eduard Putz um eine Gedenkminute.

 "Wir blicken auf ein sehr aktives Jahr zurück, in dem wir leider sehr schwierige Einsätze zu bestreiten hatten. Mein Dank gilt der gesamten Mannschaft für dieses großartige Engagement", so Vorsitzender Alois Haberl. Er überbrachte auch die Grüße und den Dank eines Unfallopfers, das Mitte Mai bei einem Zusammenstoß auf der B12 schwer verletzt worden war und erst jetzt aus der Reha kam. Die Röhrnbacher Feuerwehrleute hatten damals bei der Bergung geholfen. "Dieser Einsatz hat uns gezeigt, wie wichtig es für alle Beteiligten war, dass auch unser Pfarrer Markus Krell zum Unfallort kam, denn dadurch kehrte wieder Ruhe bei den Helfern ein. Es gab allen neue Kraft und Zuversicht."

  1. Kommandant Florian Haberl berichtete, dass im vergangenen Jahr 17 Übungen stattfanden in den Bereichen Funk, technische Hilfsleistungen (THL), Unfallverhütungsvorschriften (UVV), Brand und Betriebsbesichtigungen. Sein Dank galt besonders der Firma Nader, auf deren Gelände drei technische Hilfsleistungen geübt wurden und dem Vorsitzenden der FFW Unterhöhenstetten, Ludwig Fruth, für die UVV-Unterweisung. Außerdem waren die Aktiven bei fünf Gemeinschaftsübungen dabei, davon zwei auf Gemeindeebene, zwei zusammen mit der FFW Unterhöhenstetten und eine mit der FFW Perlesreut.

  Die FFW Röhrnbach wurde im Jahr 2011 zu 45 Einsätzen gerufen, davon handelte es sich um 40 technische Hilfsleistungen, zwei Sicherheitswachen und drei Brände. "Insgesamt war unsere Wehr 685 Stunden im Einsatz", bilanzierte der 1. Kommandant. Der dramatischste Einsatz war dabei der schwere Verkehrsunfall am 12. Mai auf der B12 bei Aigenstadl. Hier dankte er dem Kriseninterventionsdienst, der am 19. Mai eine Nachbesprechung mit allen beteiligten Einsatzkräften abhielt.

  "Der härteste Tag für die Kondition war der 9. Juli, denn bei großer Hitze waren wir den ganzen Tag zur Absicherung der History-Rallye im Einsatz und als dann abends das schwere Unwetter kam, mussten wir ebenfalls zu mehreren Einsätzen ausrücken, so dass wir einen 24-Stunden-Tag hatten", erinnerte Kommandant Haberl. Auch die Bergung einer Wasserleiche am 24. Juli im Grandior stellte die Feuerwehr vor eine Herausforderung.

 Den Gruppenführerlehrgang absolvierten Michael Kneidinger und Christian Wagner, Florian Haberl machte den VB-Lehrgang (Vorbeugender Brandschutz). Stellvertretend für den Atemschutzbeauftragten Michael Kneidinger informierte Kommandant Florian Haberl über die Aktivitäten beim Atemschutz. So wurde vier Mal die Atemschutzstrecke in Grafenau besucht, eine UVV-Unterweisung fand statt und eine Einsatzübung auf dem Gelände der Firma Bachl wurde abgehalten, wofür Florian Haberl sich bei der Firmenleitung bedankte.

  Jugendleiter Andreas Maier berichtete, dass der Nachwuchs in fünf Übungen geschult wurde. An der Schule warb man um neue Mitglieder, was aber auf keine Resonanz stieß. Maier dankte den aktiven Kameraden, dass diese die Jugend stets unterstützen und helfend zur Seite stehen.

  Für die Pflege der Waldkapelle "Marienruhe" im Wald Richtung Höbersberg dankte Vorsitzender Haberl den Betreuern Georg Neubauer und Anton Eisner sowie der Fahnenmutter Maria Uhrmann für ihre Blumenspenden. An diesem Abend erhielt die Fahnenmutter selbst Blumen vom Vorstand, denn seit 25 Jahren nimmt Maria Uhrmann dieses Ehrenamt mit Würde wahr und unterstützt den Verein auf vielfältige Weise.

  Kreisbrandmeister Jürgen Binder freute sich über die positiven Berichte und die gute Zusammenarbeit und betonte, dass die Röhrnbacher Wehr aufgrund der Ausstattung mit einem Rettungsspreizer oft schwierige Einsätze zu bestreiten hätte. Er bat eindringlich darum, die psychologische Betreuung des Kriseninterventionsdienstes zu nutzen und die Kameradschaft zu pflegen, um schwierige Einsätze besser verarbeiten zu können.

 Bürgermeister Josef Gutsmiedl dankte den Führungskräften der FFW Röhrnbach für die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde. "Dienst am Nächsten ist oft schwierig und wird leider auch ausgenutzt, denn manchmal wird die Feuerwehr zu regelrechten Hausmeisterdiensten gerufen", sagte das Marktoberhaupt. Die Betroffenen seien oft erstaunt, dass die Gemeinde den Einsatz in Rechnung stelle. Das Geld fließe wieder an die Feuerwehr zurück.

  Gutsmiedl dankte Alois Haberl und Georg Wiedorfer für 40 Jahre und dem 2. Kommandanten Josef Haslacher für 25 Jahre aktiven Dienst. Großes Lob hatte er für die beiden Gerätewarte Franz Gubisch und Manuel Kneidinger, die die Ausrüstung vorbildlich in Schuss halten. Der Bürgermeister stellte in Aussicht, dass bald energetische Sanierungsmaßnahmen beim Feuerwehrhaus anstünden. Sehr angetan zeigte sich Gutsmiedl auch vom Internetauftritt unter www.ffw-roehrnbach.de.


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Neue Rettungsleitstelle arbeitet nur mit Brandmeldetechnik einer FirmaUnmut über Zwang zur Umrüstung


240 Brandmeldeanlagen im Rettungsbereich sind betroffen. (Foto: Feuerwehr)




von SEBASTIAN DAIMINGER
Nur wenige haben Glück, für die meisten wird es wohl teuer: Hauseigentümer mit Brandmeldeanlagen müssen derzeit ihre Technik umrüsten - per Zwangsverordnung!
Hintergrund sind die Startvorbereitungen der neuen Integrierten Leitstelle (ILS) des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Passau (ZRF). Sie soll am 1. April ans Netz gehen und ist dann Vollzeit für alle Notrufe in den Landkreisen Passau, Rottal-Inn, Freyung-Grafenau und der Stadt Passau zuständig. Auch für die Notrufe der Brandmeldeanlagen, dies ist per Gesetz so vorgeschrieben. Das Problem: Die hochmoderne Leitstelle in Passau unterstützt nur die Technik eines bestimmten Herstellers - der von Siemens. Doch die wurde bei uns seit Jahren kaum verbaut, sondern die Sicherheitstechnik der Konkurrenzfirma Bosch. Die Folge: „Im Einsatzbereich müssen mit großem Aufwand 240 von 310 Anlagen umgerüstet werden“, bestätigt ZRF-Geschäftsführer Werner Mayer. Die betroffenen Hauseigentümer wurden angeschrieben. Ihnen stößt der Umrüst-Zwang sauer auf, vor allem wegen der entstehenden Kosten. „Wir sind verärgert über die Art und Weise, wie uns hier Dinge diktiert werden“, so ein Hausverwalter zur AS. Er befürchtet Kosten von bis zu 1000 Euro pro Meldeanlage. Mayer versichert hingegen: „Für Bestandskunden bleibt die Umrüstung kostenneutral. Siemens erstattet einen Einmalbetrag von 270 Euro für die Umrüstung. Dies reicht aus, um die Grundversorgung wieder herzustellen. Für Neukunden wird der monatliche Betrieb hingegen sogar um zehn Euro günstiger.“
Dennoch bleibt ein Vorwurf: Warum hat der Zweckverband nicht gleich dafür gesorgt, dass auch die bestehenden Bosch-Anlagen künftig weiter betrieben werden können? Mayer dazu: „Das hätte eine doppelte Technikausrüstung und Bedienung in der ILS erfordert. Uns wären Zusatzkosten zwischen 30 000 und 60 000 Euro entstanden.“ Stattdessen habe man sich für eine Ausschreibung entschieden, deren Ergebnis nun zehn Jahre lang fix ist. Bezüglich der Betriebsgebühren für die Hauseigentümer sei das Angebot von Siemens gegenüber Bosch um 700 000 Euro günstiger gewesen. Und auch bei den Lizenzeinnahmen für die ILS habe Siemens die besseren Zahlen vorgelegt: Der Konzern zahlt 900 000 Euro mehr als die Konkurrenz.
Der unterlegene Anbieter verhalte sich laut Mayer hingegen „nicht ganz fair“. Kunden seien verunsichert über negative Aussagen von Technikern bezüglich der Umstellung. Offenbar herrscht derzeit ein extremer Konkurrenzkampf um Marktanteile im Millionengeschäft für Sicherheitstechnik: Siemens hat erst kürzlich in Traunstein und Landshut ähnliche Ausschreibungen gewonnen und verdrängt zusehends seine Konkurrenz im ostbayerischen Raum.  (Am Sonntag)